Frohes Fest und eine gute Zeit!

Beste Grüße,
Christoph Herberth

Gapminder – for a fact-based worldview

Information Design at it´s best. Gapminder ist eine Software, die riesige Datenmengen aus dem Themenfeld Development & Growth greifbar macht und durch die Zeitkomponente auch tatsächlich eine Entwicklung darstellt, die erst Vergleiche unter den einzelnen Ländern ermöglicht. Durch die Animation offenbart sich dem Betrachter so ein völlig neues Weltbild. Die Software ist unter www.gapminder.org für jeden frei zugänglich und kann sowohl online als auch offline betrieben werden. Mehr Vorträge von Mitgründer und Mastermind Hans Rosling mit spektakulären Analysen und Prognosen kann man sich unter http://www.economist.com/blogs/babbage/2010/12/data_visualisation ansehen.

Kino: Plug & Pray

Gestern abend wurde im Central Programmkino einer jener Dokumentarfilme gezeigt, die einem wirklich Angst machen, weil sie einem zeigen: das ist keine Science Fiction! Es ist die Realität und es passiert genau jetzt! Der Film zeigt den aktuellen Entwicklungsstand in den Laboren für Künstliche Intelligenz, wo Computertechnologie, Robotik, Biologie, Chemie, Neurowissenschaften und Entwicklungspsychologie miteinander verschmelzen.

Wir sehen Prototypen von humanoiden Robotern (also nichts anderes als Androiden! Hier sei der Verweis auf die Überlegungen von Alan N. Shapiro gestattet), die dazu bestimmt sind, uns so ähnlich wie möglich zu werden und uns so in vielerlei Hinsicht zu ersetzen. Für mich hier besonders erschreckend: Es werden hier Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften berücksichtigt, die besagen, dass unser Lernen und damit unsere geistige und emotionale Entwicklung maßgeblich durch unseren Körper geprägt werden. Wenn man also eine Künstliche Intelligenz erschaffen will, die der menschlichen möglichst ähnlich, oder sogar gleich ist, dann muss man ihr auch den entsprechenden Körper geben.

An anderer Stelle geht es um eine andere Form der KI, nämlich die Nanorobotik, die mt ihren “Nanobots” tatsächlich heute schon “Maschinen auf Nanoebene” herstellt. Ein paar Tropfen Flüssigkeit, die ein Programm enthalten und genau so funktionieren wie jeder Computer (vielleicht eine Art App, die man sich möglicherweise schon in wenigen Jahren im zugehörigen Onlinestore kaufen kann?). Diese Flüssigkeit kann einem menschlichen Körper iniziiert werden, sodas er eine Vielzahl kleiner Maschinen in sich hat, die dort verschiedene Funktionen erfüllen, um die organischen Funktionen bestmöglich zu unterstützen. “Gesundheitsvorsorge auf Zellebene” nennt das der Erfinder Raymond Kuzweil, der hier von einem zukünftigen Hybrid aus Mensch und Maschine träumt, die die Evolution um Lichtjahre nach vorne katapultiert und den Alterungsprozess nicht nur verlangsamen, sondern sogar stoppen und umkehren könnte – die finale Überwindung des Todes.

Wer den Film zusammenhält und in hartem Kontrast zu den euphorischen Forschern steht, ist Joseph Weizenbaum, einst Pionier der Computertechnologie und Wegbereiter der Künstlichen Intelligenz, heute ihr schärfster Kritiker. Weizenbaum stellt die Fragen nach dem Sinn und Ziel dieser Allmachtsvisionen, nach Würde und Menschlichkeit, und nach Identität: Wenn mein Körper zu großen Teilen aus Programmen besteht, die andere Leute geschrieben haben – bin ich dann noch ich?

Die letzten Szenen des Films zeigen die Tochter Weizenbaums bei der Wohnungsauflösung. Er ist gestorben. Er ist in Würde gestorben: als Mensch, nicht als Maschine.

Läuft noch heute und morgen um 18.30 Uhr im Central Programmkino Würzburg.
Website des Films: www.plug-pray.de

VOCO-Designfest & 56. TDC-SHOW NY an der Sander-Uni

Wie in diesem Blog angekündigt, fand am vergangenen Wochenende das VOCO Designfest in Würzburg statt. Eine tolle Veranstaltung mit Referenten von internationalem Rang und dazu eine Ausstellung von ebensolcher Qualität. Schwierig, hier alles wiederzugeben. Das absolute Highlight war mit Sicherheit der Vortrag des renommierten iranischen Grafikdesigners Reza Abedini, der nicht nur einen Einblick in seine Arbeit gab, sondern im Zuge dessen auch die theoretischen Grundlagen arabischer Kalligraphie und arabischer Kunst und Gestaltung im Allgemeinen analysierte.

Eine besondere politische Wendung nahm die Veranstaltung bei den Vorträgen von Prof. Alex Jordan (Nous Travaillons Ensembles / Kunsthochschule Berlin Weißensee) und von Daniel van de Velden (Metahaven, Amsterdam), der am Ende seines Vortrags über das Designprojekt für Wikileaks aus aktuellem Anlass – nämlich der Verfolgung des Wikileaks-Gründers Julian Assange durch Interpol aus recht fadenscheinigen Gründen – direkt zu politischer Aktion aufrief.

Eine wirklich begeisternde Veranstaltung mit vielen guten Vorträgen und noch mehr guten Gesprächen, die in der Party im Pleicher Hof einen fulminanten Abschluss fand. Die Ausstellung ist noch bis zum 11.12. in der Neuen Uni am Sanderring zu sehen, der Eintriit ist frei. Unbedingt ansehen!

Studie: Die Schönheit des Mehrwertes

Weil ich mich gerade so schön auf das Thema “Wirtschaftsfaktor Design” eingeschossen habe, hier noch der Hinweis auf eine aktuelle Studie des deutschen Rats für Formgebung.

Von der Webseite:
“Markenmehrwert durch Design? In der aktuellen deutschlandweiten Studie „Die Schönheit des Mehrwertes – The Beauty of Added Value“ haben der Markenverband und der Rat für Formgebung in Kooperation mit der Agentur Scholz & Friends Unternehmen zum Stellenwert des Faktors Design für den Unternehmenserfolg befragt. Das Ergebnis: Für die meisten Unternehmen ist Design heute von großer wirtschaftlicher Bedeutung. So ist beispielsweise für die Erschließung neuer Märkte für über 80 Prozent der befragten Unternehmen das Design ein entscheidender Faktor. Für die Verbesserung der Marktposition in bestehenden Märkten nutzen 87 Prozent ganz bewusst Design-Maßnahmen und bei der Markteinführung eines Produktes setzen sogar 95 Prozent der Befragten auf Design, um den Erfolg der Produkteinführung abzusichern. Fast 70 Prozent der Befragten bestätigenden großen Einfluss von Design auf die Gesamtrendite ihres Unternehmens.”

Hier kann die Studie als Pdf downloaded werden: Die Schönheit des Mehrwertes

Schade, dass ich den “Deutschen Marken- & Designkongress 2010″ zum verwandten Thema “Adding Value by Design”, ebenfalls veranstaltet vom Rat für Formgebung, verpasst habe.

Die Website des Rats für Formgebung: www.german-design-council.de

Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft der Bundesregierung

Noch ein Nachtrag zum unten behandelten Thema: Die Bundesregierung hat aufgrund der letzten Statistik eine Initiative ins Leben gerufen und dieser auch gleich eine Website spendiert, die all die Zahlen und Fakten noch einmal abruft und so die Relevanz der Branche weiter untermauert.

Nachzulesen unter www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Und noch was: “Die regionalen Ansprechpartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes beraten Kulturunternehmer und Kreative unentgeltlich – direkt vor Ort und im persönlichen Gespräch.”

Der Ansprechpartner für Bayern:

Jürgen Enninger
RKW Bayern e.V.
Gustav-Heinemann-Ring 212
81739 München

RKW Bayern e.V.
Frauentorbogen 3
90433 Nürnberg

enninger@rkw-kreativ.de

Kreativwirtschaft – die Branche der Zukunft

Gestern fand im Mainfrankentheater das 6. Würzburger Wirtschaftsforum zum Thema “Chef, lass uns mal Kultur machen” statt. Hätte ich nicht rein zufällig am Samstag einen Flyer in die Hände bekommen, hätte ich von diesem Umstand wahrscheinlich überhaupt keine Notiz genommen. Und so ging es wohl auch den allermeisten anderen Menschen in Würzburg und anderswo, denn der große Saal der Mainfrankentheaters, der ja einige hundert Besucher hätte beherbergen können, sah von Anfang bis Ende, also von 15.30 bis 22.00 Uhr, recht verwaist aus, waren es doch am Anfang gerade mal 15, gegen Ende vielleicht 30 lauschende Gäste. Eine traurige Veranstaltung, wirklich. Dabei hat man offensichtlich im Vorfeld mit Hilfe mehrerer Sponsoren nicht eben wenig Geld in dieses Event gebuttert. Aber auf die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, das publikumswirksame Marketing, wurde augenscheinlich nicht sehr viel Energie verwendet. Ein erschreckendes Beispiel dafür, wie eine Veranstaltung, bzw. ein Veranstaltungsteam, das sich groß “Wirtschaft” auf die Fahne schreibt, große Mittel von verschiedenster Seite zur Verfügung gestellt bekommt und diese großartig in den Sand setzt. Das hätte sich mal eine “Design”-Veranstaltung leisten sollen (Ich bin übrigens sehr gespannt auf das Voco Designfest am kommenden Wochenende!).

Dabei war die thematische Ausrichtung durchaus ambitioniert und interessant, ging es doch hier nicht nur um “Kultur” im Sinne von “Kunst”, und Kultur im Sinne von Unternehmenskultur, sondern auch – und daher für mich so interessant – um die “Kultur- und Kreativwirtschaft”. Unter diesem Begriff wird seit einigen Jahren alles gesammelt, was man heute als “kreative Berufe” bezeichnet, also neben bildenden Künstlern auch Musiker, Journalisten, Illustratoren, Mode-, Industrie- und natürlich auch Grafikdesigner, aber auch Berufe in Marketing, PR und Werbung, sowie Programmierung. Dementsprechend fällt auch mein Büro eindeutig in diesen Wirtschaftsbereich.

Die Diskussionsrunden waren leider durch eine große Harmonie aller Teilnehmer sowie der Moderatoren geprägt und daher einigermaßen langweilig. Dennoch konnte ich einige wichtige Anregungen und Impulse mit nach Hause nehmen. Am wichtigsten war für mich vor allem die Erkenntnis, dass die Kreativwirtschaft laut der aktuellen Statistik der Bundesregierung mit 1,3 Mio Menschen mittlerweile der drittstärkste Wirtschaftszweig in Deutschland ist, gleich hinter der Chemie- und Automobilindustrie – Tendenz zu Platz zwei! In Bayern ist die Kreativbranche bereits auf dem ersten Platz!

Die Kreativwirtschaft ist damit die Branche der Zukunft, das zeigt sich auch im Hinblick auf die steigenden Umsatzzahlen in diesem Bereich trotz der allgemeinen Rezession in Zeiten der Krise. Das gibt Mut und schafft Selbstbewusstsein. Die Unternehmen aus den übrigen Branchen täten gut daran, die bis heute immer noch unterschätzten und mit großen Ressentiments behafteten Kreativunternehmen ernst zu nehmen. Dieser Zug ist im Rollen und man sollte ihn lieber nicht verpassen. Zukunft, wir kommen!

Wer sich das Programm und die Teilnehmer noch einmal ansehen möchte: http://www.cundc.org/wisy2010blog/

Das Fenster zum Schnee

Top-Timing: Pünktlich zum Adventsbeginn hat der Winter in Würzburg Einzug gehalten. Schön!

2. Kammerkonzert: Arnold Schönberg

Eines meiner musikalischen Langzeitprojekte ist die langsame Annäherung an die klassische Musik. Als jemand, der eindeutig aus der schwarzen Ecke/Jazzecke kommt, war es für mich anfänglich absolut unmöglich, mich intellektuell mit dieser typisch “weißen” Musik auseinanderzusetzen. Letztlich habe ich über die Beschäftigung mit elektronischer Musik (die meiner Ansicht nach – im besten Fall – die aktuelle und als solche zukunftsweisende Synthese aus afrikanischen und europäischen musikalischen Traditionen ist) und – als weiteren Schritt – mit “Neuer Musik” einen gewissen Zugang zur klassischen Musik bekommen. Der Besuch einiger Sinfoniekonzerte in der Musikhochschule (Rachmaninoff wird mir hier in ewiger Erinnerung bleiben) hat mich erfahren lassen, was den Dirigenten Sergiu Celibidache dazu veranlasste, sich strikt gegen die Aufzeichnung seiner Konzerte zu stellen (es gibt glücklicherweise dennoch einige Aunahmen): Klassische Musik muss man live erleben! Es ist nicht möglich auf Platte zu pressen oder digital einzufangen und später im heimischen Wohnzimmer abzuspielen, was es für ein Gefühl ist, in einem Konzertsaal von einem Orchester mitgerissen zu werden. Das ist nicht nur ein Hörerlebnis, es ist ein körperliches!
Gestern habe ich daher einen neuen Schritt gewagt und bin zu meinem ersten Kammerkonzert im Toskanasaal der Residenz gegangen. Arnold Schönberg stand auf dem Programm, also einer der Väter, wenn nicht DER Vater der Neuen Musik, Erfinder der Zwölftontechnik (Mehr über Arnold Schönberg hier). Seine “Kammersinfonie in E-Dur, op.9″ löste 1906 einen Skandal aus, im Toskanasaal blieb es ruhig, vielleicht weil man am Sonntag Morgen um 11 Uhr noch nicht zu Tumult in der Lage war. Nach der Pause folgte “Pierrot Lunaire”, eine Vertonung von 21 Gedichten Albert Girauds von 1912. Der strahlende Sonnenschein, der um 12 Uhr mittags aus dem Residenzgarten hereindrang, wollte nicht so recht zu den düsteren Zeilen passen, aber dennoch: ein Klangerlebnis der anderen Art!

Neuhängung im Kulturspeicher Würzburg

Mit großer Freude habe ich in einem Interview mit Peter C. Ruppert gelesen, dass für seine Sammlung Konkreter Kunst im Kulturspeicher Würzburg für Anfang 2011 eine Neuhängung geplant ist. Denn als großer Freund konkreter Kunst bin ich von den ausgestellten Werken zwar immer wieder begeistert, musste aber erst letzte Woche wieder feststellen, dass sich da seit der Eröffnung (Wann war das? 2002?) kaum etwas verändert hat. Schön also, dass man nun bald einen kompletten Tapetenwechsel erleben wird. Und wer nochmal die bisherige Ausstellung sehen will, sollte sich beeilen.
Allgemein finde ich es von unschätzbarem Wert ist, eine solche Sammlung hier in Würzburg zu haben. Einfach phantastisch!

Residenzvorlesungen zum Thema Kreativität

Letzten Donnerstag fand die erste Residenzvorlesung zum Thema Kreativität statt. Wer es noch nicht kennt: die Residenzvorlesungen werden in unregelmäßigen Abständen von der Philosophischen Fakultät der Uni Würzburg im Toskanasaal veranstaltet und sind öffentlich. Nach dem Vortrag gibt es die Möglichkeit, in lockerer Runde bei einem Gläschen Wein weiterzudiskutieren. Für das laufende Semester heißt das große Thema “Kreativität”, zu dem es insgesamt vier Veranstaltungen geben wird.

Zur ersten Vorlesung der Reihe war Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck eingeladen, Wirtschaftswissenschaftler an der FH Würzburg, darüber hinaus aber deutschlandweit bekannt durch zahlreiche, äußerst kritische und durchaus philosophisch ausgerichtete, Publikationen zum Themenspektrum “Wirtschaft und Ethik/Moral”, der seinen Vortrag “Kreativitätsforschung in interdiszilinärer Perspektive” nannte.

Brodbeck gab also hauptsächlich einen Abriss der Geschichte der Kreativitätsforschung, beleuchtete ihre Ursprünge und ihren Werdegang durch die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen (Theologie, Psychologie, Biologie, Neurowissenschaften, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, etc.) und die damit jeweils einhergehenden Definitionen von Kreativität. Als gemeinsames Merkmal aller Definitionen stellte er dabei folgende Kernthese heraus: Ein kreatives “Produkt” (hier ist er ganz der Wirtschaftler) zeichnet sich dadurch aus, dass es zum einen etwas Neues ist, zum anderen aber zusätzlich eine Wertedimension mitbringt, also vereinfacht gesagt als positiv empfunden wird. Verallgemeinert geht es also zum einen um das “Auffinden” einer Idee, zum anderen aber auch um das “Bewerten” ebendieser.
Statistisch gesehen, so Brodbeck, brauche es 175 Ideen, bevor es zur Erzeugung eines einzigen marktfähigen Produktes kommt. Diese Bewertung der Idee spielt also eine wichtige Rolle und entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Allein mit dem “zufälligen” Auffinden (denn Ideen “macht” man nicht, sie kommen zu einem) ist es also lange nicht getan. Man muss die richtige Idee auch erkennen, also richtig bewerten können. Eine andere Sache wird hier auch deutlich, die Brodbeck ganz klar herausstellt: Kreativität – oder ein kreatives Produkt – ist zu 95% harte Arbeit! Denn es gilt diese Idee auch umzusetzen, zu verwirklichen. Und so hat letztlich jeder Mensch Kreativität in sich, hat Ideen in der einen oder anderen Disziplin. Was diese, als besonders kreativ wahrgenommenen Menschen aber auszeichnet ist ihre Ausdauer, ihre Beharrlichkeit, ja manchmal bis hin zur Besessenheit.

Und noch ein wichtiger Punkt: Kreativität überschreitet Grenzen! Denn sonst kann schließlich nichts wirklich Neues entstehen. Diese Grenzüberschreitung ist unabdingbar für jede Art von Kreativität.

Hier die Termine der Vorlesungsreihe:

Wintersemester 2010/11: “Kreativität – nicht nur in der Kunst”

18.11.2010
Prof. Dr. Karl-Heinz Brodbeck (Würzburg u. Gröbzell):
Kreativitätsforschung in interdiszilinärer Perspektive

2.12.2010
Prof. Dr. Damian Dombrowski (Würzburg):
Imagination und Invention in der Malerei Botticellis.
Kategorien des Kreativen in der Florentiner Renaissance.

16.12.2010
Prof. Dr. Manfred Spitzer (Uni Ulm):
Gehirnforschung und die Kreativität.

3.02.2011
Prof. Dr. Simone Mahrenholz (Berlin):
Imagination und Kreativität.

jeweils 20.00 Uhr im Toskanasaal der Residenz

Pinakothek der Moderne

Am Wochenende war ich in München und habe die Gelegenheit genutzt, endlich einmal die Pinakothek der Moderne zu besuchen. Und besonders gefreut habe ich mich natürlich auf die WELTGRÖSSTE SAMMLUNG VON DESIGNOBJEKTEN, für die die Pinakothek ja bekannt ist. Verständlich natürlich, dass nur ein Bruchteil der Sammlung gezeigt wird, deren Bestand auf mehrere geheime Lagerhallen irgendwo in Bayern verteilt ist. Schon allein dieses Mysterium finde ich irgendwie eine ulkige kleine Design-Anekdote. Toll, endlich mal all die alten Klassiker in Original sehen zu können – gerade für einen Stuhl-Fetischisten wie mich. Davon abgesehen sind natürlich auch die Sammlungen Moderner Kunst, sowie Grafik und Architektur mehr als sehenswert.

Noch ein Tip: ein altes Gesetz von König Ludwig (Der Erste? Der Zweite? Hmmm.) macht es möglich, dass alle staatlichen Museen in München (so auch die Pinakotheken) an Sonntagen nur 1 Euro Eintritt verlangen! Es lohnt sich.

kunstperformance in der pinakothek der moderne

Mein Lieblingscafé

Ein weiterer, wenn auch nicht mehr allzu neuer Impuls in Würzburgs Stadtlandschaft ist das “zweiviertel” in der Neubaustraße. Sehr geschmackvoll und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, überzeugt es durch eine kleine aber äußerst feine Abendkarte mit exquisiten Gerichten zu günstigen Preisen. Außerdem gibt es eine wiederum kleine aber feine Auswahl an fränkischen Bieren und internationalen Weinen. Klasse statt Masse. Und das auch noch ohne teuer. Wunderbar.

Central Programmkino in Würzburg

Es ist zwar jetzt schon ein paar Wochen alt, aber das neue Programmkino Central hat, finde ich, trotzdem noch einen Artikel hier verdient. Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich wirklich durchweg begeistert bin! Zum einen von der guten Filmauswahl. Hier haben sich wirklich Leute Gedanken gemacht und ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Programm gestaltet, das sich deutlich vom Einheitsbrei des Cinemaxx abhebt. Zum anderen von der grandiosen Kulisse, dem alten Mozart-Gymnasium, dessen Architektur geschickt genutzt und stilvoll modifiziert wurde. So eignet sich die breite Glasfront hervorragen zur Außendarstellung, ohne dass dabei ein Schild oder Ähnliches aufwändig angebracht werden musste. Der Eingangsbereich ist das perfekte Foyer in das eine schlichte Theke (für Kinokasse und Knabbereienverkauf) gebaut wurde. Übr die gewundene breite Treppe gelangt man zu den beiden Eingängen der ehemaligen Aula, die als Kinosaal ein zweites Leben beginnt. Der abgeschrägte Saal mit Bühne und kompletter Bestuhlung wirkt so, als hätte er nur auf diese neue Art der Nutzung gewartet. Es ist diese Einfachheit der Mittel, diese Mischung aus Professionellem und Provisorischem, dieses “Amateur”- also Liebhaber-hafte, das den besonderen Charme des neuen Programmkinos ausmacht. Ein Stück Kultur, ein Stück Urbanität wird der Stadt damit wiedergegeben. Man erkennt an dem regen Ansturm besonders am Wochenende, wie dringend notwendig das war, welch riesiges Loch die Schließung des Corso Kinos Ende letzten Jahres gerissen hatte. Würzburg braucht solche Impulse, um nicht im provinziellen Einheitsbrei zu versinken.

Der Vollständigkeit halber noch ein paar kritische Anmerkungen: Ich bin mir nicht sicher, inwiefern das derzeitige Programmkonzept nicht ein etwas zu starres Korsett ist: zwei Filme (Früh- und Spätvorstellung) bis zu 7 Tage am Stück synchron laufen zu lassen, halte ich für ziemlich gewagt. Da erscheint mir das Konzept des Casablanca in Ochsenfurt (die Filme wechseln nach wenigen Tagen, in Asynchronität von Früh- und Spätvorstellung, manche Filme laufen nur ein, zwei Mal) irgendwie sinnvoller. Ich hoffe, dass man hier nicht den gleichen Fehler wie das Corso Kino macht.
Und die alten Sitze in der ehemaligen Aula sind wirklich sehr unbequem bei langem Sitzen. Die gegen Pfand an der Kasse angebotenen Sitzkissen sind also dringend zu empfehlen! Da wären ein paar ordentliche Kinosessel (was ist eigentlich mit denen im Corso passiert?) wirklich eine Investition für die Zukunft.

Textile Moulded Chair

Für alle Freunde und Besessene von Designstühlen und -sesseln ist der Textile Moulded Chair ein absolutes muss. Nicht nur das spacige Design, auch die innovative Materialität und Produktionsweise machen diesen Sessels für mich schon jetzt zu einem Klassiker. Und noch dazu sieht er ziemlich gemütlich aus, finde ich. Leider habe ich keinen Schimmer, wo man das schöne Stück käuflich erwerben kann. Meine Email diesbezüglich ist bisher unbeantwortet geblieben. Wahrscheinlich sind die Jungs zu sehr damit beschäftigt, Preise einzuheimsen und knallharte Knebelverträge mit vitra zu schließen.

Es gibt im Moment zwei Websites:
http://www.studiohausen.com/
http://preview2.studiohausen.com/

30 Jahre alter iPad-Prototyp

Ich kann mir einfach nicht helfen: der “Hitchhikers Guide to the Galaxy”, dieses “elektronische Buch” (das so ziemlich auf jede Frage des Universums eine Antwort hat), das Douglas Adams in seinem gleichnamigen Science-Fiction-Hörspiel (und später Roman und Fernsehserie) von 1978 vorstellt, erinnert mich irgendwie an das iPad. Ein früher Prototyp? Ich will mich ja nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber angesichts der Tatsache, dass Adams in den späten Neunzigern einer der 75 “Apple Master” und “Chief Fantasist” war, scheint mir dieser Verdacht doch gar nicht so weit hergeholt. Die Idee musste nur gut dreißig Jahre warten, bevor die Realität sie nun endlich eingeholt hat.

My Desktop

OSX 10.4.7 b from JODI on Vimeo.

Das Net-Art-Duo “jodi” zeigt hier, was man einem armen Mac so alles antun kann. Nichts für schwache Nerven. Macfans Vorsicht: Das bereitet einem fast körperliche Schmerzen! Frage hier an Alan N. Shapiro: Gibt es Folter an Maschinen? Brauchen wir eine Maschinenrechtskonvention? Sollte man wirklich mal drüber nachdenken.
Mehr Mac-Foltervideos unter http://mydesktop.jodi.org/

Wenn man jodi.org googelt findet sich noch eine Vielzahl weiterer Seiten des Künstlerduos – jede ein kleines Kunstwerk. Aber Vorsicht: die beiden haben es sich offenbar zum Ziel gesetzt, das Netz – oder Computertechnologie im Allgemeinen – ad absurdum zu führen. Und jeder kriegt dabei sein Fett weg. Zum Beispiel auch Max Payne unter http://maxpaynecheatsonly.jodi.org/

Kategorie: Apple,Art,Web | 0 Kommentare »

Androiden lieben lernen

Wunderbarer Podcast (hier downloaden) über Alan N. Shapiro (Zündfunk, Bayern2)! “Der Amerikaner Alan N. Shapiro ist Technologe und Zukunftsforscher auf den Grundlagen von Philosophie und Soziologie. Als Programmierer fordert er eine neue soziologische und ästhetische Bewertung von Software, um die Menschheit auf phantastische Weise weiterzubringen: Software sollte lernfähig und autonom sein. Autos zum Beispiel sind für Shapiro schon intelligent und haben ein Bewusstsein, aber könnten mit neuen Technologien wie sprachliche Konversation und Animation auf ein neues Level gehoben werden. Dabei lässt er sich von der TV- und Kinofilmserie “Star Trek” inspirieren, über die er sein Hauptwerk geschrieben hat: “Star Trek: Technologien des Verschwindens”

Für die vertiefte Lektüre, hier Shapiros Blog:
http://www.alan-shapiro.com/

GO SMART 2012: ALWAYS-IN-TOUCH

Studie zur Smartphonenutzung 2012, die das Trendbüro für Google und die Otto Group durch geführt hat: Smartphones verhelfen Mobile Shopping zum Durchbruch im Massenmarkt!
Hier downloaden

Weltneuheit Macintosh

Weltneuheit: Der «MacIntosh» von Apple

Computergeschichte: 1984 stellt die Firma Apple den “Macintosh” vor: der erste Computer mit einer grafischen Benutzerberfläche! Heute kaum mehr vorstellbar, in einer Welt voller Icons, Apps und Widgets in der keine Maschine – geschweige denn ein Computer – ohne ein Graphical User Interface (GUI) auskommt.

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