Central Programmkino in Würzburg

Es ist zwar jetzt schon ein paar Wochen alt, aber das neue Programmkino Central hat, finde ich, trotzdem noch einen Artikel hier verdient. Zunächst einmal muss ich sagen, dass ich wirklich durchweg begeistert bin! Zum einen von der guten Filmauswahl. Hier haben sich wirklich Leute Gedanken gemacht und ein abwechslungsreiches und vielschichtiges Programm gestaltet, das sich deutlich vom Einheitsbrei des Cinemaxx abhebt. Zum anderen von der grandiosen Kulisse, dem alten Mozart-Gymnasium, dessen Architektur geschickt genutzt und stilvoll modifiziert wurde. So eignet sich die breite Glasfront hervorragen zur Außendarstellung, ohne dass dabei ein Schild oder Ähnliches aufwändig angebracht werden musste. Der Eingangsbereich ist das perfekte Foyer in das eine schlichte Theke (für Kinokasse und Knabbereienverkauf) gebaut wurde. Übr die gewundene breite Treppe gelangt man zu den beiden Eingängen der ehemaligen Aula, die als Kinosaal ein zweites Leben beginnt. Der abgeschrägte Saal mit Bühne und kompletter Bestuhlung wirkt so, als hätte er nur auf diese neue Art der Nutzung gewartet. Es ist diese Einfachheit der Mittel, diese Mischung aus Professionellem und Provisorischem, dieses “Amateur”- also Liebhaber-hafte, das den besonderen Charme des neuen Programmkinos ausmacht. Ein Stück Kultur, ein Stück Urbanität wird der Stadt damit wiedergegeben. Man erkennt an dem regen Ansturm besonders am Wochenende, wie dringend notwendig das war, welch riesiges Loch die Schließung des Corso Kinos Ende letzten Jahres gerissen hatte. Würzburg braucht solche Impulse, um nicht im provinziellen Einheitsbrei zu versinken.

Der Vollständigkeit halber noch ein paar kritische Anmerkungen: Ich bin mir nicht sicher, inwiefern das derzeitige Programmkonzept nicht ein etwas zu starres Korsett ist: zwei Filme (Früh- und Spätvorstellung) bis zu 7 Tage am Stück synchron laufen zu lassen, halte ich für ziemlich gewagt. Da erscheint mir das Konzept des Casablanca in Ochsenfurt (die Filme wechseln nach wenigen Tagen, in Asynchronität von Früh- und Spätvorstellung, manche Filme laufen nur ein, zwei Mal) irgendwie sinnvoller. Ich hoffe, dass man hier nicht den gleichen Fehler wie das Corso Kino macht.
Und die alten Sitze in der ehemaligen Aula sind wirklich sehr unbequem bei langem Sitzen. Die gegen Pfand an der Kasse angebotenen Sitzkissen sind also dringend zu empfehlen! Da wären ein paar ordentliche Kinosessel (was ist eigentlich mit denen im Corso passiert?) wirklich eine Investition für die Zukunft.

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare

RSS Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URL

Hinterlasse einen Kommentar

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.