Finanzsystem und Postmoderne

Nochmal Baudrillard : )
Bin ich vor kurzem durch Zufall draufgestoßen: “Das fast perfekte Verbrechen”, ein Podcast von “Bayern 2 Nachtstudio”. Sehr intelligenter und spannender Radio-Essay zur Finanzkrise. Der Autor zeigt in äußerst unterhaltsamer Art und Weise die erstaunlichen Übereinstimmungen zwischen den heute gängigen Geschäftspraktiken der Finanzwelt und den abstrakten Theorien der französischen Denker der Postmoderne auf, wie Baudrillard, Derrida, Virilio und Deleuze. Hochtheoretische Modelle (wie Simulation, Dekonstruktion, Hyperrealität, etc.) denen oft jeglicher Realitätsbezug abgesprochen wird, scheinen hier direkte Anwendung zu finden und die gegenwärtigen Vorgänge in der Finanzwelt treffender zu beschreiben, als die gängigen Wirtschaftstheorien. Kein Wunder, funktioniert die Finanzwirtschaft doch nicht nach den Regeln der Realwirtschaft, sondern gehorcht ihren eigenen Gesetzen – die den Modellen der Postmoderne erstaunlich nahe kommen.

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