My Favorite Things

My Favorite Things: das sind Dinge die ich wirklich mag. Dinge, die das Leben schöner machen, es bereichern. Dinge, die einem ein Lächeln auf´s Gesicht, ein Glänzen in die Augen zaubern. Lieblingsdinge eben. Und zur Einführung dieser neuen Kategorie in meinem Blog, sollte ich natürlich auch den Vater des Gedanken vorstellen. Denn “My Favorite Things” ist der Titel eines Songs aus dem 1959 entstandenen Musical/Film “The Sound of Music”. Richtig populär wurde es allerdings durch John Coltrane, der seine Version des Stücks in den Sechzigern so oft spielte, dass es zu seiner persönlichen Erkennungsmelodie und gleichzeitig zu einem Jazz-Standard wurde. Die Live-Mitschnitte dieses Stücks von 1961 in Stockholm und 1963 in Newport waren auch das erste, was ich von Coltrane zu Ohren bekam, und mit das erste was mich überhaupt an Jazz in der Abgeschiedenheit meiner kleinstädtischen Jugend erreichte. Coltrane prägte meine Träume und meine Hoffnungen. “My Favorite Things” gab ihnen eine Stimme.

Designwerkstatt 2011 _ Review

Nun ist sie schon seit einer Woche vorbei und ich komme endlich dazu, hier ein paar Gedanken und Eindrücke zur Designwerkstatt 2011 niederzuschreiben.
Am Montag, 07.03. trafen sich 11 junge Interessenten für den Studiengang Kommunikationsdesign am Fachbereich Gestaltung der FH Würzburg, um sich eine Woche lang einen Eindruck von diesem Studium zu verschaffen. Gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Nutt leitete ich diese Veranstaltung, wir konzipierten im Vorfeld die Lehrinhalte und den organisatorischen Ablauf.

Ziel dieser Schnupperwoche war es, wie schon erwähnt, einen Eindruck von den Studieninhalten zu vermitteln und so entschlossen wir uns, zum Einen einige theoretische Grundlagen zu schaffen und zum Anderen ein Thema zu stellen, das auf Basis des Erlernten praktisch bearbeitet werden sollte.

Zum Theorieteil sei nur soviel erwähnt, dass wir die Teilnehmer in die Grundlagen der Semiotik einführten, sie also mit der Lehre von den Zeichen bekannt machten und Ihnen Termini wie “Ikon, Index, Symbol” und “Konnotation und Denotation” auseinandersetzten. Desweiteren beschäftigten wir uns mit phänomenologischen Überlegungen zur menschlichen Wahrnehmung
und beschrieben einen in mehrere Phasen gegliederten Kreativprozess. Ein weiterer wichtiger Aspekt in Vorbereitung auf den Praxisteil waren auch die Erläuterungen zur konzeptionellen Arbeitsweise und Reflexion im Gestaltungsprozess.

Der praktische Teil begann mit der Themenstellung und dem anschließenden gemeinsamen Brainstorming. Das gestellte Thema hieß “Alternativlos!?”. Zur Wahl dieses Themas hier ein paar kurze Erläuterungen:

Der Begriff wurde im Januar 2011 von der „Gesellschaft für deutsche Sprache” zum „Unwort des Jahres 2010” gekürt. Anlass hierfür war die häufige Verwendung des Wortes seitens Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie anderer Mitglieder der Bundesregierung zur Rechtfertigung ihrer Politik.

„Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungs­prozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.” (Zitat der Jury-Entscheidung)

Die Untersuchung dieses Begriffs hinsichtlich seiner Bedeutung im Kontext gesellschaftlicher, sozialer, ökologischer und kultureller Zusammenhänge führte die Kursteilnehmer aufgrund ihrer persönlichen Präferenzen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Allen Arbeiten ist jedoch gemein, dass sie sich mit den Grundfragen der modernen Gesellschaft auseinander setzen, die zum Teil aufgrund der jüngsten Ereignisse frappierende Aktualität gewannen.

Nach der Ideenfindung entschieden sich die Teilnehmer für die grafische oder die fotografische Bearbeitung des Themas und wurden dementsprechend von mir oder von Thomas Nutt betreut. Es ging jedoch unabhängig vom Medium stets um eine reduzierte Darstellung und um eine konzeptorientierte Visualisierung der inhaltlichen Idee. Einer abstrakten Idee eine visuelle Form zu verleihen und dadurch einen Sachverhalt auf überraschende Weise sichtbar zu machen – das ist die Aufgabe des Kommunikationsdesigners, der Kern unserer Arbeit.

Die Designwerkstatt 2011 war auch für mich als Kursleiter eine tolle Erfahrung und ich freue mich schon auf 2012. Besonders wertvoll war es für mich, meine Erfahrung mit jungen angehenden Gestaltern teilen zu können und die Entwicklung der einzelnen Teilnehmer mitzuverfolgen, von anfänglicher Verunsicherung hin zu freudigem Selbstbewusstsein. Es sind in dieser Woche tolle Arbeiten entstanden und den Teilnehmern wurde mit der konzeptionellen Arbeitsweise ein wichtiges Werkzeug an die Hand gegeben, das ihnen bei der Erstellung ihrer Bewerbungsmappe sehr von Nutzen sein wird.

(Fotos: Thomas Nutt)