Kaleidoscom jetzt im Coworking Space Würzburg

Die Eröffnung unseres Coworking Space in der Veitshöchheimer Straße 14 in Würzburg war ein voller Erfolg! Am 24. Januar (vorgestern) versammelten sich ca. 50-60 Interessierte, um sich die neuen Räumlichkeiten anzusehen und dem anschließenden 6. Webmontag Würzburg – und damit der ersten Veranstaltung im Space – beizuwohnen. Auch die Presse war zugegen, gestern liefen Beiträge auf BR und TV Touring (sehr detailierter, 3-minütiger Beitrag!), heute folgte ein sehr ausführlicher Bericht in der Mainpost: http://www.mainpost.de/ueberregional/wirtschaft/mainpostwirtschaft/Coworking-Wuerzburg-Kollegen-zu-mieten;art9485,5943884

Auch Kaleidoscom wird nun im Space seine Wurzeln schlagen. Ich freue mich über Besuch im neuen Heim, den ich stets mit einer Tasse italienischem Kaffee empfangen werde. Für größere Kaffeekränzchen kann man sich auch in den geräumigen Besprechungs- und Konferenzraum zurückziehen.

Hier noch ein paaar Impressionen…

Alle Informationen zum Coworking in Würzburg unter http://coworking-wuerzburg.de/

El Lissitzky – ein gestalterisches Universalgenie

Eines meiner Lieblingbücher ist die Werkschau über das Lebenswerk El Lissitzkys (1890-1941), herausgegeben 1967 von seiner Witwe Sophie Lissitzky-Küppers im VEB Verlag der Kunst, Dresden. Seines Zeichens Maler, Architekt, Typograf und Fotograf war Lissitzky ein universeller Designer und visionärer Gestalter, der (als einer der Köpfe des Konstruktivismus) all diese Disziplinen revolutionierte und so (unter anderem) unsere modernen Grundlagen für Grafikdesign und Typografie schuf, die bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben. Das Buch zeigt die Vielseitigkeit seines Werkes, zusammengestellt von einer Frau, die ihn wohl besser kannte, als jeder andere Mensch. Interessant sind die Querverweise zwischen den verschiedenen Disziplinen innerhalb seines Werkes, wenn zum Beispiel sein Architekturmodell des Wolkenbügels sich direkt aus einer typografischen Konstruktion ableiten lässt, oder umgedreht (wie in dem konstruktivistischen Kinderbuch “Von zwei Quadraten”) eine grafische Komposition geradezu architektonische Züge annimmt.

Lissitzky – ein Mensch der seiner Zeit weit voraus war, den die Grenzen der technischen Möglichkeiten nicht interessierten (in den Zwanzigern war man vom Offset-Druck noch einige Jahrzehnte entfernt; im damals noch üblichen Hochdruckverfahren war eine schräg gesetzte Typo der Horror für jeden Buchdrucker) und der die Sehgewohnheiten der Menschen sprengte, indem er eine neue Formensprache schuf – nicht als Selbstzweck, sondern um eine neue Gesellschaft zu formen. Das Bewusstsein für die gesellschaftliche Verantwortung des Designers wird in jedem von El Lissitzkys Werken deutlich, ob es nun Kinderbücher sind, Plakate, Architekturentwürfe, Konzepte für Ausstellungen und Messestände oder Gemälde und Objekte. Damit widerlegt er schon vorab die Behauptung des Industriedesigners Victor Papanek, Grafikdesigner könnten durch ihre Arbeit nichts gesellschaftlich Relevantes beitragen (in seinem Buch “Design for the Real World”,1971). Darin liegt Lissitzkys großer Verdienst. Und darin kann er uns allen ein Vorbild sein.