Frohes Fest und eine gute Zeit!

Beste Grüße,
Christoph Herberth

Gapminder – for a fact-based worldview

Information Design at it´s best. Gapminder ist eine Software, die riesige Datenmengen aus dem Themenfeld Development & Growth greifbar macht und durch die Zeitkomponente auch tatsächlich eine Entwicklung darstellt, die erst Vergleiche unter den einzelnen Ländern ermöglicht. Durch die Animation offenbart sich dem Betrachter so ein völlig neues Weltbild. Die Software ist unter www.gapminder.org für jeden frei zugänglich und kann sowohl online als auch offline betrieben werden. Mehr Vorträge von Mitgründer und Mastermind Hans Rosling mit spektakulären Analysen und Prognosen kann man sich unter http://www.economist.com/blogs/babbage/2010/12/data_visualisation ansehen.

Kino: Plug & Pray

Gestern abend wurde im Central Programmkino einer jener Dokumentarfilme gezeigt, die einem wirklich Angst machen, weil sie einem zeigen: das ist keine Science Fiction! Es ist die Realität und es passiert genau jetzt! Der Film zeigt den aktuellen Entwicklungsstand in den Laboren für Künstliche Intelligenz, wo Computertechnologie, Robotik, Biologie, Chemie, Neurowissenschaften und Entwicklungspsychologie miteinander verschmelzen.

Wir sehen Prototypen von humanoiden Robotern (also nichts anderes als Androiden! Hier sei der Verweis auf die Überlegungen von Alan N. Shapiro gestattet), die dazu bestimmt sind, uns so ähnlich wie möglich zu werden und uns so in vielerlei Hinsicht zu ersetzen. Für mich hier besonders erschreckend: Es werden hier Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften berücksichtigt, die besagen, dass unser Lernen und damit unsere geistige und emotionale Entwicklung maßgeblich durch unseren Körper geprägt werden. Wenn man also eine Künstliche Intelligenz erschaffen will, die der menschlichen möglichst ähnlich, oder sogar gleich ist, dann muss man ihr auch den entsprechenden Körper geben.

An anderer Stelle geht es um eine andere Form der KI, nämlich die Nanorobotik, die mt ihren “Nanobots” tatsächlich heute schon “Maschinen auf Nanoebene” herstellt. Ein paar Tropfen Flüssigkeit, die ein Programm enthalten und genau so funktionieren wie jeder Computer (vielleicht eine Art App, die man sich möglicherweise schon in wenigen Jahren im zugehörigen Onlinestore kaufen kann?). Diese Flüssigkeit kann einem menschlichen Körper iniziiert werden, sodas er eine Vielzahl kleiner Maschinen in sich hat, die dort verschiedene Funktionen erfüllen, um die organischen Funktionen bestmöglich zu unterstützen. “Gesundheitsvorsorge auf Zellebene” nennt das der Erfinder Raymond Kuzweil, der hier von einem zukünftigen Hybrid aus Mensch und Maschine träumt, die die Evolution um Lichtjahre nach vorne katapultiert und den Alterungsprozess nicht nur verlangsamen, sondern sogar stoppen und umkehren könnte – die finale Überwindung des Todes.

Wer den Film zusammenhält und in hartem Kontrast zu den euphorischen Forschern steht, ist Joseph Weizenbaum, einst Pionier der Computertechnologie und Wegbereiter der Künstlichen Intelligenz, heute ihr schärfster Kritiker. Weizenbaum stellt die Fragen nach dem Sinn und Ziel dieser Allmachtsvisionen, nach Würde und Menschlichkeit, und nach Identität: Wenn mein Körper zu großen Teilen aus Programmen besteht, die andere Leute geschrieben haben – bin ich dann noch ich?

Die letzten Szenen des Films zeigen die Tochter Weizenbaums bei der Wohnungsauflösung. Er ist gestorben. Er ist in Würde gestorben: als Mensch, nicht als Maschine.

Läuft noch heute und morgen um 18.30 Uhr im Central Programmkino Würzburg.
Website des Films: www.plug-pray.de

VOCO-Designfest & 56. TDC-SHOW NY an der Sander-Uni

Wie in diesem Blog angekündigt, fand am vergangenen Wochenende das VOCO Designfest in Würzburg statt. Eine tolle Veranstaltung mit Referenten von internationalem Rang und dazu eine Ausstellung von ebensolcher Qualität. Schwierig, hier alles wiederzugeben. Das absolute Highlight war mit Sicherheit der Vortrag des renommierten iranischen Grafikdesigners Reza Abedini, der nicht nur einen Einblick in seine Arbeit gab, sondern im Zuge dessen auch die theoretischen Grundlagen arabischer Kalligraphie und arabischer Kunst und Gestaltung im Allgemeinen analysierte.

Eine besondere politische Wendung nahm die Veranstaltung bei den Vorträgen von Prof. Alex Jordan (Nous Travaillons Ensembles / Kunsthochschule Berlin Weißensee) und von Daniel van de Velden (Metahaven, Amsterdam), der am Ende seines Vortrags über das Designprojekt für Wikileaks aus aktuellem Anlass – nämlich der Verfolgung des Wikileaks-Gründers Julian Assange durch Interpol aus recht fadenscheinigen Gründen – direkt zu politischer Aktion aufrief.

Eine wirklich begeisternde Veranstaltung mit vielen guten Vorträgen und noch mehr guten Gesprächen, die in der Party im Pleicher Hof einen fulminanten Abschluss fand. Die Ausstellung ist noch bis zum 11.12. in der Neuen Uni am Sanderring zu sehen, der Eintriit ist frei. Unbedingt ansehen!

Studie: Die Schönheit des Mehrwertes

Weil ich mich gerade so schön auf das Thema “Wirtschaftsfaktor Design” eingeschossen habe, hier noch der Hinweis auf eine aktuelle Studie des deutschen Rats für Formgebung.

Von der Webseite:
“Markenmehrwert durch Design? In der aktuellen deutschlandweiten Studie „Die Schönheit des Mehrwertes – The Beauty of Added Value“ haben der Markenverband und der Rat für Formgebung in Kooperation mit der Agentur Scholz & Friends Unternehmen zum Stellenwert des Faktors Design für den Unternehmenserfolg befragt. Das Ergebnis: Für die meisten Unternehmen ist Design heute von großer wirtschaftlicher Bedeutung. So ist beispielsweise für die Erschließung neuer Märkte für über 80 Prozent der befragten Unternehmen das Design ein entscheidender Faktor. Für die Verbesserung der Marktposition in bestehenden Märkten nutzen 87 Prozent ganz bewusst Design-Maßnahmen und bei der Markteinführung eines Produktes setzen sogar 95 Prozent der Befragten auf Design, um den Erfolg der Produkteinführung abzusichern. Fast 70 Prozent der Befragten bestätigenden großen Einfluss von Design auf die Gesamtrendite ihres Unternehmens.”

Hier kann die Studie als Pdf downloaded werden: Die Schönheit des Mehrwertes

Schade, dass ich den “Deutschen Marken- & Designkongress 2010″ zum verwandten Thema “Adding Value by Design”, ebenfalls veranstaltet vom Rat für Formgebung, verpasst habe.

Die Website des Rats für Formgebung: www.german-design-council.de

Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft der Bundesregierung

Noch ein Nachtrag zum unten behandelten Thema: Die Bundesregierung hat aufgrund der letzten Statistik eine Initiative ins Leben gerufen und dieser auch gleich eine Website spendiert, die all die Zahlen und Fakten noch einmal abruft und so die Relevanz der Branche weiter untermauert.

Nachzulesen unter www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Und noch was: “Die regionalen Ansprechpartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes beraten Kulturunternehmer und Kreative unentgeltlich – direkt vor Ort und im persönlichen Gespräch.”

Der Ansprechpartner für Bayern:

Jürgen Enninger
RKW Bayern e.V.
Gustav-Heinemann-Ring 212
81739 München

RKW Bayern e.V.
Frauentorbogen 3
90433 Nürnberg

enninger@rkw-kreativ.de