Die Faulheit als die tatsächliche Wahrheit des Users

Schwarzer Quader auf schwarzem Grund

Kürzlich ist mir wieder ein Text in die Hände gefallen, mit dem ich mich vor einigen Jahren im Rahmen meiner Diplomarbeit auseinandergesetzt hatte. Ich beschäftigte mich damals mit den theoretischen Grundlagen der modernen Arbeitsgesellschaft und recherchierte nach ideologischen Gegenmodellen in Geschichte und Gegenwart. Dabei stieß ich auf einen Text des russischen Künstlers Kasimir Malewitsch (1879-1935). Sein bekanntestes Werk ist sicherlich das „Schwarze Quadrat auf weißem Grund“(1915), mit dem Malewitsch den Suprematismus begründete und die damalige Kunstwelt auf den Kopf stellte. Der Aufsatz trägt den Titel „Die Faulheit als die tatsächliche Wahrheit der Menschheit“ (1921).

Darin beschreibt Malewitsch seine Idee vom Sozialismus. Seine Kernthese: Die Arbeit ist nur ein Instrument zum Erreichen des tatsächlichen Idealzustands des Menschen – und dieser Zustand ist das Nichtstun. Ausführlich erläutert er, dass der Müßiggang der Urzustand des Menschen ist, den dieser auch wieder zu erreichen sucht. Mehr noch: Alles im Universum strebt letztlich dem Zustand der Ruhe entgegen. Die Faulheit, so die These, ist eine kosmische Wahrheit.

Malewitsch war begeisterter Kommunist und als solcher davon überzeugt, dass der technologische Fortschritt die Menschheit von ihren Leiden erlösen würde. Daraus leitet er seine Vision einer Zukunft ab, in der die Maschinen dem Menschen mehr und mehr die Arbeit abnehmen, und der Mensch so seiner „tatsächlichen Wahrheit“, dem kosmischen Zustand des Nichtstuns, immer näher kommt.

Darin war Malewitsch natürlich alles andere als konform mit der marxistisch-leninistischen Lehre, die die Arbeit ebenso zum Ideal erhebt, wie das die protestantische Arbeitsethik getan hatte, die damit die Grundlagen des modernen Kapitalismus schuf. Doch Malewitsch befindet sich dabei in guter Gesellschaft unter anderem mit Paul Lafargue, dem Schwiegersohn von Karl Marx, der mit seinem Traktat „Das Recht auf Faulheit“ (1883) für hitzige Debatten am Familientisch gesorgt haben dürfte.

Sieht man sich vor diesem Hintergrund Malewitsch´ „Schwarzes Quadrat“ und andere Arbeiten aus der Kernphase seines suprematistischen Schaffens an, so erkennt man die zentrale Stellung dieser Idee für sein Werk, nach der alles im Universum dem Zustand der Ruhe entgegenstrebt. Durch die maximale Reduktion optischer Reize in Farbe und Form wird im Schwarzen Quadrat (und mehr noch im „Weißen Quadrat auf weißem Grund“) ein Zustand der Ruhe und der Stille erzielt.

1922 verfasst Malewitsch eine Abhandlung mit dem Titel “Suprematismus — Die gegenstandslose Welt oder das befreite Nichts”, in der er die theoretische Basis seines künstlerischen Schaffens noch einmal breit ausführt. Es geht Malewitsch um eine Abkehr von gegenständlichen Darstellungsformen, hin zu einer reinen Form, die für ihn reine „Empfindung“ (vielleicht auch „reinen Gedanken“?) bedeutet.

Mit Sicherheit war das nicht Malewitsch´ Intention, und womöglich würde er sich im Grabe herumdrehen, aber ich wage die Behauptung, dass sich in Malewitsch´ Auffassung von visueller Gestaltung einerseits und in seinen Überlegungen zum menschlichen Wesen andererseits, bereits skizzenhaft die Prinzipien von Ergonomie und Usability erkennen lassen. Denn der Gedanke, es dem Menschen so einfach und angenehm wie möglich zu machen, ist das ureigenste Prinzip der Usability. Und die Reduktion der gestalterischen Mittel im Sinne des reinen Gedankens in der reinen Form ist heute die grundlegende Methode in allen Gestaltungsdisziplinen.

Im Produktdesign hat die Grundmaxime der Usability bereits ein lange Tradition. Ob es nun um Schalensitze, Bohrmaschinen oder Pürierstäbe geht: das Prinzip der Einfachheit und der optimalen Handhabbarkeit – und somit die Anpassung der zu gestaltenden Produkte und Maschinen an den menschlichen Bewegungsapparat – steht seit Jahrzehnten im Mittelpunkt von Produktgestaltung und Industriedesign.

Die vergleichsweise junge Disziplin des User Interface Design nimmt seine Anfänge mit der Entwicklung der ersten „Graphical User Interfaces“ (GUI) Mitte der Achziger Jahre. Seitdem gibt es eine Alternative zur Kontrollzeile, eine graphische Oberfläche, die die Kommunikation zwischen Computerarbeiter und Computer erleichtert. Und damit nimmt das Prinzip der Ergonomie, oder Usability, auch Einzug in die visuelle Gestaltung.

Seither beschäftigen sich immer mehr Interface Designer, Konzeptioner und Informationsarchitekten damit, Computerprogramme, Webseiten, Onlineshops,  Smartphones, Navigationsgeräte, Controlpanels für Maschinen – kurz: alles, was auf einem Bildschirm stattfindet – noch einfacher, benutzerfreundlicher, intuitiver zu gestalten.

„Keep it simple“ heißt die Maxime: gerade in den letzten Jahren geht der Trend weg von den großen Anwendungen mit vielen Funktionalitäten (und daher komplex in der Bedienung), hin zu einfachen Apps und Widgets, die ihren Fokus auf nur eine oder wenige Funktionen richten, dadurch aber einfach zu bedienen sind.

Begünstigt wird diese Simplifizierung zusätzlich durch die neuen technischen Möglichkeiten berührungssensitiver Displays: Multitouch. Durch die Einbeziehung von Gesten wird nun eine neue Form der Interaktion möglich, die auch neue Anforderungen an das Interface stellt: das Graphical User Interface (GUI) wird zu einem „Natural User Interface“ (NUI). In diesem Namen steckt bereits wieder die Grundidee der Ergonomie, nämlich die Anpassung – in diesem Falle des Interfaces – an die natürlichen Bedingungen des menschlichen Bewegungsapparates.

Auf Malewitsch zurückgeführt, könnte man also behaupten, dass die Menschheit ihrer tatsächlichen Wahrheit, der Faulheit, im Sinne von Ergonomie und Usability Stück für Stück näher kommt. Die Maschinen übernehmen immer mehr Tätigkeiten, die früher der Mensch verrichten musste. Sie sind immer einfacher und unter immer weniger (oder gar keinem) Kraftaufwand zu bedienen. Und durch die Vereinfachung der Interfaces wird auch die kognitive Anstrengung des Menschen immer weiter reduziert.

Interessant ist auch, dass sowohl die Geräte, als auch die Interfaces immer gegenstandsloser werden. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist hier natürlich wieder einmal Apples iPhone 4. Bei den Interfaces werden vor allem im Netz die Layouts immer cleaner, und Buttons – vor wenigen Jahren noch durch Glas-Optik und andere Effekte dreidimensionalisiert und vergegenständlicht – sind nur noch plane Farbflächen. Das „befreite Nichts“, die gegenstandslose Welt, die Malewitsch 1922 beschwor, ist in einem gewissen Maße – zumindest in der digitalen Welt – durchaus Realität geworden. Die reine Form gibt dem reinen Gedanken – der Funktion – Ausdruck.

Begreifen wir Malewitsch´ künstlerisches Werk als grafische Umsetzung eines userzentierten Theorems, so haben wir in seinen suprematistischen Arbeiten vielleicht die Prototypen für das Natural User Interface von morgen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Kasimir_Sewerinowitsch_Malewitsch

http://de.wikipedia.org/wiki/Suprematismus

http://www.dissense.de/nt/malevich.html

http://www.kunstinfrankfurt.de/MalewitschLayout.html

http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm

Designwerkstatt 2011 _ Review

Nun ist sie schon seit einer Woche vorbei und ich komme endlich dazu, hier ein paar Gedanken und Eindrücke zur Designwerkstatt 2011 niederzuschreiben.
Am Montag, 07.03. trafen sich 11 junge Interessenten für den Studiengang Kommunikationsdesign am Fachbereich Gestaltung der FH Würzburg, um sich eine Woche lang einen Eindruck von diesem Studium zu verschaffen. Gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Nutt leitete ich diese Veranstaltung, wir konzipierten im Vorfeld die Lehrinhalte und den organisatorischen Ablauf.

Ziel dieser Schnupperwoche war es, wie schon erwähnt, einen Eindruck von den Studieninhalten zu vermitteln und so entschlossen wir uns, zum Einen einige theoretische Grundlagen zu schaffen und zum Anderen ein Thema zu stellen, das auf Basis des Erlernten praktisch bearbeitet werden sollte.

Zum Theorieteil sei nur soviel erwähnt, dass wir die Teilnehmer in die Grundlagen der Semiotik einführten, sie also mit der Lehre von den Zeichen bekannt machten und Ihnen Termini wie “Ikon, Index, Symbol” und “Konnotation und Denotation” auseinandersetzten. Desweiteren beschäftigten wir uns mit phänomenologischen Überlegungen zur menschlichen Wahrnehmung
und beschrieben einen in mehrere Phasen gegliederten Kreativprozess. Ein weiterer wichtiger Aspekt in Vorbereitung auf den Praxisteil waren auch die Erläuterungen zur konzeptionellen Arbeitsweise und Reflexion im Gestaltungsprozess.

Der praktische Teil begann mit der Themenstellung und dem anschließenden gemeinsamen Brainstorming. Das gestellte Thema hieß “Alternativlos!?”. Zur Wahl dieses Themas hier ein paar kurze Erläuterungen:

Der Begriff wurde im Januar 2011 von der „Gesellschaft für deutsche Sprache” zum „Unwort des Jahres 2010” gekürt. Anlass hierfür war die häufige Verwendung des Wortes seitens Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie anderer Mitglieder der Bundesregierung zur Rechtfertigung ihrer Politik.

„Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungs­prozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe. Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken.” (Zitat der Jury-Entscheidung)

Die Untersuchung dieses Begriffs hinsichtlich seiner Bedeutung im Kontext gesellschaftlicher, sozialer, ökologischer und kultureller Zusammenhänge führte die Kursteilnehmer aufgrund ihrer persönlichen Präferenzen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Allen Arbeiten ist jedoch gemein, dass sie sich mit den Grundfragen der modernen Gesellschaft auseinander setzen, die zum Teil aufgrund der jüngsten Ereignisse frappierende Aktualität gewannen.

Nach der Ideenfindung entschieden sich die Teilnehmer für die grafische oder die fotografische Bearbeitung des Themas und wurden dementsprechend von mir oder von Thomas Nutt betreut. Es ging jedoch unabhängig vom Medium stets um eine reduzierte Darstellung und um eine konzeptorientierte Visualisierung der inhaltlichen Idee. Einer abstrakten Idee eine visuelle Form zu verleihen und dadurch einen Sachverhalt auf überraschende Weise sichtbar zu machen – das ist die Aufgabe des Kommunikationsdesigners, der Kern unserer Arbeit.

Die Designwerkstatt 2011 war auch für mich als Kursleiter eine tolle Erfahrung und ich freue mich schon auf 2012. Besonders wertvoll war es für mich, meine Erfahrung mit jungen angehenden Gestaltern teilen zu können und die Entwicklung der einzelnen Teilnehmer mitzuverfolgen, von anfänglicher Verunsicherung hin zu freudigem Selbstbewusstsein. Es sind in dieser Woche tolle Arbeiten entstanden und den Teilnehmern wurde mit der konzeptionellen Arbeitsweise ein wichtiges Werkzeug an die Hand gegeben, das ihnen bei der Erstellung ihrer Bewerbungsmappe sehr von Nutzen sein wird.

(Fotos: Thomas Nutt)

Designwerkstatt vom 07. bis 12. März

In der zweiten Märzwoche leite ich gemeinsam mit dem Fotografen Thomas Nutt die “Designwerkstatt” am Fachbereich Gestaltung der FH Würzburg. Hier ein Auszug des Textes von der Website:

“Die Designwerkstatt bietet allen, die sich für ein Designstudium an einer Hochschule oder an einer Akademie interessieren, einen 5-tägigen Workshop zum Thema “Visuelle Kommunikation” an. Darin geht es um Erfahren, Begreifen und Anwenden von verschiedenen Gestaltungstechniken, Sensibilisierung der Wahrnehmung und des analytischen Sehens.

Durch eine intensive, praktische und theoretische Auseinandersetzung lernen die Teilnehmer ihre Qualifikation für das Designstudium kennen und werden in den Gestaltungsprozess eingeführt.
Außerdem bietet der Kurs eine Orientierung über die verschiedenen gestalterischen Arbeitsfelder an.

Die Kursteilnehmer durchlaufen innerhalb einer Woche ein kompaktes “Mini-Studium”, das anhand kleiner Projekte die Vielschichtigkeit, die Anforderungen und die Qualität des Berufs aufzeigt.

Die Leitung des Kurses wird von erfahrenen Designern übernommen, die neben der inhaltlichen und praktischen Vermittlung gestaltungsrelevanter Aspekte auch ihre beruflichen Erfahrungen mit einbringen.

Die Anmeldung für die Designwerkstatt erfolgt über das Sekretariat der Fakultät Gestaltung der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt.”

Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt
Fakultät Gestaltung
Münzstr 12
97070 Würzburg

Telefon: 0931 3511-206
Telefax: 0931 3511-329

design@fh-wuerzburg.de

Weitere Informationen direkt auf der Website:
http://gestaltung.fh-wuerzburg.de/

Anmeldeschluss ist der 28.02.2011, also beeilen!

El Lissitzky – ein gestalterisches Universalgenie

Eines meiner Lieblingbücher ist die Werkschau über das Lebenswerk El Lissitzkys (1890-1941), herausgegeben 1967 von seiner Witwe Sophie Lissitzky-Küppers im VEB Verlag der Kunst, Dresden. Seines Zeichens Maler, Architekt, Typograf und Fotograf war Lissitzky ein universeller Designer und visionärer Gestalter, der (als einer der Köpfe des Konstruktivismus) all diese Disziplinen revolutionierte und so (unter anderem) unsere modernen Grundlagen für Grafikdesign und Typografie schuf, die bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben. Das Buch zeigt die Vielseitigkeit seines Werkes, zusammengestellt von einer Frau, die ihn wohl besser kannte, als jeder andere Mensch. Interessant sind die Querverweise zwischen den verschiedenen Disziplinen innerhalb seines Werkes, wenn zum Beispiel sein Architekturmodell des Wolkenbügels sich direkt aus einer typografischen Konstruktion ableiten lässt, oder umgedreht (wie in dem konstruktivistischen Kinderbuch “Von zwei Quadraten”) eine grafische Komposition geradezu architektonische Züge annimmt.

Lissitzky – ein Mensch der seiner Zeit weit voraus war, den die Grenzen der technischen Möglichkeiten nicht interessierten (in den Zwanzigern war man vom Offset-Druck noch einige Jahrzehnte entfernt; im damals noch üblichen Hochdruckverfahren war eine schräg gesetzte Typo der Horror für jeden Buchdrucker) und der die Sehgewohnheiten der Menschen sprengte, indem er eine neue Formensprache schuf – nicht als Selbstzweck, sondern um eine neue Gesellschaft zu formen. Das Bewusstsein für die gesellschaftliche Verantwortung des Designers wird in jedem von El Lissitzkys Werken deutlich, ob es nun Kinderbücher sind, Plakate, Architekturentwürfe, Konzepte für Ausstellungen und Messestände oder Gemälde und Objekte. Damit widerlegt er schon vorab die Behauptung des Industriedesigners Victor Papanek, Grafikdesigner könnten durch ihre Arbeit nichts gesellschaftlich Relevantes beitragen (in seinem Buch “Design for the Real World”,1971). Darin liegt Lissitzkys großer Verdienst. Und darin kann er uns allen ein Vorbild sein.

Gapminder – for a fact-based worldview

Information Design at it´s best. Gapminder ist eine Software, die riesige Datenmengen aus dem Themenfeld Development & Growth greifbar macht und durch die Zeitkomponente auch tatsächlich eine Entwicklung darstellt, die erst Vergleiche unter den einzelnen Ländern ermöglicht. Durch die Animation offenbart sich dem Betrachter so ein völlig neues Weltbild. Die Software ist unter www.gapminder.org für jeden frei zugänglich und kann sowohl online als auch offline betrieben werden. Mehr Vorträge von Mitgründer und Mastermind Hans Rosling mit spektakulären Analysen und Prognosen kann man sich unter http://www.economist.com/blogs/babbage/2010/12/data_visualisation ansehen.

VOCO-Designfest & 56. TDC-SHOW NY an der Sander-Uni

Wie in diesem Blog angekündigt, fand am vergangenen Wochenende das VOCO Designfest in Würzburg statt. Eine tolle Veranstaltung mit Referenten von internationalem Rang und dazu eine Ausstellung von ebensolcher Qualität. Schwierig, hier alles wiederzugeben. Das absolute Highlight war mit Sicherheit der Vortrag des renommierten iranischen Grafikdesigners Reza Abedini, der nicht nur einen Einblick in seine Arbeit gab, sondern im Zuge dessen auch die theoretischen Grundlagen arabischer Kalligraphie und arabischer Kunst und Gestaltung im Allgemeinen analysierte.

Eine besondere politische Wendung nahm die Veranstaltung bei den Vorträgen von Prof. Alex Jordan (Nous Travaillons Ensembles / Kunsthochschule Berlin Weißensee) und von Daniel van de Velden (Metahaven, Amsterdam), der am Ende seines Vortrags über das Designprojekt für Wikileaks aus aktuellem Anlass – nämlich der Verfolgung des Wikileaks-Gründers Julian Assange durch Interpol aus recht fadenscheinigen Gründen – direkt zu politischer Aktion aufrief.

Eine wirklich begeisternde Veranstaltung mit vielen guten Vorträgen und noch mehr guten Gesprächen, die in der Party im Pleicher Hof einen fulminanten Abschluss fand. Die Ausstellung ist noch bis zum 11.12. in der Neuen Uni am Sanderring zu sehen, der Eintriit ist frei. Unbedingt ansehen!

Studie: Die Schönheit des Mehrwertes

Weil ich mich gerade so schön auf das Thema “Wirtschaftsfaktor Design” eingeschossen habe, hier noch der Hinweis auf eine aktuelle Studie des deutschen Rats für Formgebung.

Von der Webseite:
“Markenmehrwert durch Design? In der aktuellen deutschlandweiten Studie „Die Schönheit des Mehrwertes – The Beauty of Added Value“ haben der Markenverband und der Rat für Formgebung in Kooperation mit der Agentur Scholz & Friends Unternehmen zum Stellenwert des Faktors Design für den Unternehmenserfolg befragt. Das Ergebnis: Für die meisten Unternehmen ist Design heute von großer wirtschaftlicher Bedeutung. So ist beispielsweise für die Erschließung neuer Märkte für über 80 Prozent der befragten Unternehmen das Design ein entscheidender Faktor. Für die Verbesserung der Marktposition in bestehenden Märkten nutzen 87 Prozent ganz bewusst Design-Maßnahmen und bei der Markteinführung eines Produktes setzen sogar 95 Prozent der Befragten auf Design, um den Erfolg der Produkteinführung abzusichern. Fast 70 Prozent der Befragten bestätigenden großen Einfluss von Design auf die Gesamtrendite ihres Unternehmens.”

Hier kann die Studie als Pdf downloaded werden: Die Schönheit des Mehrwertes

Schade, dass ich den “Deutschen Marken- & Designkongress 2010″ zum verwandten Thema “Adding Value by Design”, ebenfalls veranstaltet vom Rat für Formgebung, verpasst habe.

Die Website des Rats für Formgebung: www.german-design-council.de

Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft der Bundesregierung

Noch ein Nachtrag zum unten behandelten Thema: Die Bundesregierung hat aufgrund der letzten Statistik eine Initiative ins Leben gerufen und dieser auch gleich eine Website spendiert, die all die Zahlen und Fakten noch einmal abruft und so die Relevanz der Branche weiter untermauert.

Nachzulesen unter www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Und noch was: “Die regionalen Ansprechpartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes beraten Kulturunternehmer und Kreative unentgeltlich – direkt vor Ort und im persönlichen Gespräch.”

Der Ansprechpartner für Bayern:

Jürgen Enninger
RKW Bayern e.V.
Gustav-Heinemann-Ring 212
81739 München

RKW Bayern e.V.
Frauentorbogen 3
90433 Nürnberg

enninger@rkw-kreativ.de

Pinakothek der Moderne

Am Wochenende war ich in München und habe die Gelegenheit genutzt, endlich einmal die Pinakothek der Moderne zu besuchen. Und besonders gefreut habe ich mich natürlich auf die WELTGRÖSSTE SAMMLUNG VON DESIGNOBJEKTEN, für die die Pinakothek ja bekannt ist. Verständlich natürlich, dass nur ein Bruchteil der Sammlung gezeigt wird, deren Bestand auf mehrere geheime Lagerhallen irgendwo in Bayern verteilt ist. Schon allein dieses Mysterium finde ich irgendwie eine ulkige kleine Design-Anekdote. Toll, endlich mal all die alten Klassiker in Original sehen zu können – gerade für einen Stuhl-Fetischisten wie mich. Davon abgesehen sind natürlich auch die Sammlungen Moderner Kunst, sowie Grafik und Architektur mehr als sehenswert.

Noch ein Tip: ein altes Gesetz von König Ludwig (Der Erste? Der Zweite? Hmmm.) macht es möglich, dass alle staatlichen Museen in München (so auch die Pinakotheken) an Sonntagen nur 1 Euro Eintritt verlangen! Es lohnt sich.

kunstperformance in der pinakothek der moderne

Textile Moulded Chair

Für alle Freunde und Besessene von Designstühlen und -sesseln ist der Textile Moulded Chair ein absolutes muss. Nicht nur das spacige Design, auch die innovative Materialität und Produktionsweise machen diesen Sessels für mich schon jetzt zu einem Klassiker. Und noch dazu sieht er ziemlich gemütlich aus, finde ich. Leider habe ich keinen Schimmer, wo man das schöne Stück käuflich erwerben kann. Meine Email diesbezüglich ist bisher unbeantwortet geblieben. Wahrscheinlich sind die Jungs zu sehr damit beschäftigt, Preise einzuheimsen und knallharte Knebelverträge mit vitra zu schließen.

Es gibt im Moment zwei Websites:
http://www.studiohausen.com/
http://preview2.studiohausen.com/

Weltneuheit Macintosh

Weltneuheit: Der «MacIntosh» von Apple

Computergeschichte: 1984 stellt die Firma Apple den “Macintosh” vor: der erste Computer mit einer grafischen Benutzerberfläche! Heute kaum mehr vorstellbar, in einer Welt voller Icons, Apps und Widgets in der keine Maschine – geschweige denn ein Computer – ohne ein Graphical User Interface (GUI) auskommt.

UbuWeb

Eben entdeckt: eine Datenbank mit unzähligen Audio- und Videoaufnahmen verschiedenster Künstler, die irgendwie dem Spektrum Avantgarde zugerechnet werden können.

“UbuWeb is a completely independent resource dedicated to all strains of the avant-garde, ethnopoetics, and outsider arts. All materials on UbuWeb are being made available for noncommercial and educational use only. All rights belong to the author(s). UbuWeb is completely free.”

Hier finden sich Kuriositäten und Schätze wie Kurt Schwitters legendäre “Ursonate” von 1922, oder auch beispielsweise ein Video “Poême électronique”, das der Komponist und Elektronik-Pionier Edgar Varese gemeinsam mit dem Architekten Le Corbusier für den Phillips-Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel 1958 konzipierte.

http://www.ubu.com

We Think

Ein wunderbarer kleiner Film zum Thema Open Sorce, Share Ware, Social Networking… “In the past you were what you owned… now you are what you SHARE”. Das www als Brutstätte einer neuen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung?

VOCO-Designfest & 56. TDC-SHOW NY in Würzburg!


Am 03./04.12.10 findet – veranstaltet vom Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Würzburg – das Voco-Designfest in Kombination mit der 56. Ausstellung des Type Directors Club New York statt. An den beiden Tagen finden Workshops, Vorträge und Diskussionen mit namhaften internationalen Vertretern des Grafikdesign statt. Die Wanderausstellung des TDC NY, der alljährlich seine Wettbewerbsgewinner um die Welt schickt, wird noch bis zum 11.12.10 in der Neuen Universität am Sanderring zu sehen sein. Nicht verpassen!
Infos unter www.voco-designfest.com und unter tdc.org.

DERE:10 mit Stefan Sagmeister

Meine lieben Freunde aus Regensburg veranstalten auch dieses Jahr wieder die “Grafikdesignschau Regensburg”, diesmal mit dem Designpapst Stefan Sagmeister aus New York! Am 6. November, also kommendes Wochenende wird Sagmeister einen Vortrag zum Thema “Design and Happiness” halten. Ist natürlich leider schon ausverkauft, aber wer sich zufälligerweise in Regensburg aufhält, sollte sich trotzdem die Ausstellung nicht entgehen lassen, die vom 05. bis 21.11. im Kunst- und Gewerbeverein Regensburg zu sehen sein wird.
Weitere Infos unter www.grafikdesignschau.de.