Gapminder – for a fact-based worldview

Information Design at it´s best. Gapminder ist eine Software, die riesige Datenmengen aus dem Themenfeld Development & Growth greifbar macht und durch die Zeitkomponente auch tatsächlich eine Entwicklung darstellt, die erst Vergleiche unter den einzelnen Ländern ermöglicht. Durch die Animation offenbart sich dem Betrachter so ein völlig neues Weltbild. Die Software ist unter www.gapminder.org für jeden frei zugänglich und kann sowohl online als auch offline betrieben werden. Mehr Vorträge von Mitgründer und Mastermind Hans Rosling mit spektakulären Analysen und Prognosen kann man sich unter http://www.economist.com/blogs/babbage/2010/12/data_visualisation ansehen.

Studie: Die Schönheit des Mehrwertes

Weil ich mich gerade so schön auf das Thema “Wirtschaftsfaktor Design” eingeschossen habe, hier noch der Hinweis auf eine aktuelle Studie des deutschen Rats für Formgebung.

Von der Webseite:
“Markenmehrwert durch Design? In der aktuellen deutschlandweiten Studie „Die Schönheit des Mehrwertes – The Beauty of Added Value“ haben der Markenverband und der Rat für Formgebung in Kooperation mit der Agentur Scholz & Friends Unternehmen zum Stellenwert des Faktors Design für den Unternehmenserfolg befragt. Das Ergebnis: Für die meisten Unternehmen ist Design heute von großer wirtschaftlicher Bedeutung. So ist beispielsweise für die Erschließung neuer Märkte für über 80 Prozent der befragten Unternehmen das Design ein entscheidender Faktor. Für die Verbesserung der Marktposition in bestehenden Märkten nutzen 87 Prozent ganz bewusst Design-Maßnahmen und bei der Markteinführung eines Produktes setzen sogar 95 Prozent der Befragten auf Design, um den Erfolg der Produkteinführung abzusichern. Fast 70 Prozent der Befragten bestätigenden großen Einfluss von Design auf die Gesamtrendite ihres Unternehmens.”

Hier kann die Studie als Pdf downloaded werden: Die Schönheit des Mehrwertes

Schade, dass ich den “Deutschen Marken- & Designkongress 2010″ zum verwandten Thema “Adding Value by Design”, ebenfalls veranstaltet vom Rat für Formgebung, verpasst habe.

Die Website des Rats für Formgebung: www.german-design-council.de

Initiative Kultur- & Kreativwirtschaft der Bundesregierung

Noch ein Nachtrag zum unten behandelten Thema: Die Bundesregierung hat aufgrund der letzten Statistik eine Initiative ins Leben gerufen und dieser auch gleich eine Website spendiert, die all die Zahlen und Fakten noch einmal abruft und so die Relevanz der Branche weiter untermauert.

Nachzulesen unter www.kultur-kreativ-wirtschaft.de

Und noch was: “Die regionalen Ansprechpartner des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes beraten Kulturunternehmer und Kreative unentgeltlich – direkt vor Ort und im persönlichen Gespräch.”

Der Ansprechpartner für Bayern:

Jürgen Enninger
RKW Bayern e.V.
Gustav-Heinemann-Ring 212
81739 München

RKW Bayern e.V.
Frauentorbogen 3
90433 Nürnberg

enninger@rkw-kreativ.de

Kreativwirtschaft – die Branche der Zukunft

Gestern fand im Mainfrankentheater das 6. Würzburger Wirtschaftsforum zum Thema “Chef, lass uns mal Kultur machen” statt. Hätte ich nicht rein zufällig am Samstag einen Flyer in die Hände bekommen, hätte ich von diesem Umstand wahrscheinlich überhaupt keine Notiz genommen. Und so ging es wohl auch den allermeisten anderen Menschen in Würzburg und anderswo, denn der große Saal der Mainfrankentheaters, der ja einige hundert Besucher hätte beherbergen können, sah von Anfang bis Ende, also von 15.30 bis 22.00 Uhr, recht verwaist aus, waren es doch am Anfang gerade mal 15, gegen Ende vielleicht 30 lauschende Gäste. Eine traurige Veranstaltung, wirklich. Dabei hat man offensichtlich im Vorfeld mit Hilfe mehrerer Sponsoren nicht eben wenig Geld in dieses Event gebuttert. Aber auf die entsprechende Öffentlichkeitsarbeit, das publikumswirksame Marketing, wurde augenscheinlich nicht sehr viel Energie verwendet. Ein erschreckendes Beispiel dafür, wie eine Veranstaltung, bzw. ein Veranstaltungsteam, das sich groß “Wirtschaft” auf die Fahne schreibt, große Mittel von verschiedenster Seite zur Verfügung gestellt bekommt und diese großartig in den Sand setzt. Das hätte sich mal eine “Design”-Veranstaltung leisten sollen (Ich bin übrigens sehr gespannt auf das Voco Designfest am kommenden Wochenende!).

Dabei war die thematische Ausrichtung durchaus ambitioniert und interessant, ging es doch hier nicht nur um “Kultur” im Sinne von “Kunst”, und Kultur im Sinne von Unternehmenskultur, sondern auch – und daher für mich so interessant – um die “Kultur- und Kreativwirtschaft”. Unter diesem Begriff wird seit einigen Jahren alles gesammelt, was man heute als “kreative Berufe” bezeichnet, also neben bildenden Künstlern auch Musiker, Journalisten, Illustratoren, Mode-, Industrie- und natürlich auch Grafikdesigner, aber auch Berufe in Marketing, PR und Werbung, sowie Programmierung. Dementsprechend fällt auch mein Büro eindeutig in diesen Wirtschaftsbereich.

Die Diskussionsrunden waren leider durch eine große Harmonie aller Teilnehmer sowie der Moderatoren geprägt und daher einigermaßen langweilig. Dennoch konnte ich einige wichtige Anregungen und Impulse mit nach Hause nehmen. Am wichtigsten war für mich vor allem die Erkenntnis, dass die Kreativwirtschaft laut der aktuellen Statistik der Bundesregierung mit 1,3 Mio Menschen mittlerweile der drittstärkste Wirtschaftszweig in Deutschland ist, gleich hinter der Chemie- und Automobilindustrie – Tendenz zu Platz zwei! In Bayern ist die Kreativbranche bereits auf dem ersten Platz!

Die Kreativwirtschaft ist damit die Branche der Zukunft, das zeigt sich auch im Hinblick auf die steigenden Umsatzzahlen in diesem Bereich trotz der allgemeinen Rezession in Zeiten der Krise. Das gibt Mut und schafft Selbstbewusstsein. Die Unternehmen aus den übrigen Branchen täten gut daran, die bis heute immer noch unterschätzten und mit großen Ressentiments behafteten Kreativunternehmen ernst zu nehmen. Dieser Zug ist im Rollen und man sollte ihn lieber nicht verpassen. Zukunft, wir kommen!

Wer sich das Programm und die Teilnehmer noch einmal ansehen möchte: http://www.cundc.org/wisy2010blog/